Spaziergang am Meer

Beschaulich. Das Meer ist glatt, ruhig. Das Rauschen der Wellen am Strand verhalten. Wir suchen uns einen Weg, mal nahe an der Wasserkante, wenn wenig Steine dort liegen und der feuchte Sand eine feste Trittfläche bietet, mal etwas erhöht auf dem grünen Streifen neben dem Sandstreifen. Die Rosenbüsche blühen weiß und rosa und verströmen verschwenderisch ihren Duft. Die Luft riecht salzig und leicht nach dem Tang und Seegras, das ans Ufer gespült wird.

Neben dem Weg ist ein Ameisenhaufen. Eine Ameisenstraße führt durch das Gras. Sie windet sich zwischen Grasbüscheln und Kräutern dahin, das Pflaster aus Sandkörnern. Für Ameien eine Autobahn, der Verkehr ist rege.

Ameisen-Highway

An einer Stelle hat der Wind der Nacht ein paar Quallen angespült. Als Kind gab es Quallenkuchen, paniertes Quallenschnitzel und Quallenpudding, schön glibberig klein gematscht. Und ich erinnere mich an die Quallenschlacht, noch nicht mal Spritzpistolen und Pump-Guns sind so gut wie Quallengranaten mit denen man seinen Bruder bewerfen kann.

Ich mag die Zeichnung, die diese Quallen haben.

Im Wald entdecken wir einen Shelter, einen von den vielen kleinen Unterschlüpfen, die es über ganz Dänemark verteilt gibt. Man kann sie nutzen, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist. Es gibt meistens einen Feuerplatz dabei und oft auch eine Toilette.

Das ist eigentlich ganz bequem hier…

Allerdings scheinen sie so beliebt zu sein, dass man sich den Platz vorher reservieren sollte. Hier wird man bei einem guten Regen allerdings nass. Da haben wir schon trockenere Unterkünfte gesehen.

Es schützt zumindest mal ein bisschen vor dem Wind.

Außen ist dieser Shelter sehr liebevoll angelegt. Treppenstufen führen hinab zum Strand, ein Weidenzaun verhindert, dass man im Dunklen den Hang hinunter fällt und das Ästedach erinnert an einen Wuschelkopf.

Das Wetter ist sehr klar, man kann die Halbinseln und Inseln rund um die Bucht deutlich sehen. Zwei Fähren fahren zwischen Aarhus und Odden hin und her. Auch die Hafenkräne in Aarhus sind gut zu sehen.

Um halb 6 erreicht die Ebbe heute ihren Tiefpunkt. Der Tidenhub hier beträgt 0,3m.

Der Rückweg der gut 8km langen Tour führt uns durch den Wald und über die Felder. Der Klatschmohn und die Kamille blühen, der Roggen steht schon eineinhalb Meter hoch und das hügelige Hinterland erfreut mit seinen lieblichen Schwüngen das Auge des Betrachters. Durch die Bäume gibt es immer wieder den Ausblick auf das Meer.

Autor: Barbara Seyfarth

Informatikerin Embedded Systeme (Automotive, Industrial Solutions) Safety + Security Certified Professional for Software Architecture (Advanced Level) Autorin

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