Abflug …

09.09.2017

Nun bin ich also da, in Budapest. Und es ist schon sooo viel passiert. Heute morgen bin ich am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden in den WIZZ Air Flieger gestiegen. Um mich herum klang schon das Ungarische von vielen Fluggästen und vom Luftpersonal. Trotz des trüben Wetters konnte ich noch einen letzten Blick auf den Rhein erhaschen, den ich nun gegen die Donau eintauschen würde. Bald verschwand der Schwarzwald unter den dichten Wolken.

Tief Durchatmen, Loslassen. Abschied. Meine Reiselektüre war ein kleiner Sprachführer, eigentlich das erste Ungarisch-Lehrbuch, dass ich mir schon vor Jahren gekauft habe. Und was habe ich nachgeschlagen?

Über den Wolken … – Felhők fölött

Bald klarte das Wetter auf und ich konnte den größten Teil des Fluges beobachten, wie die Donau immer breiter wurde. Dann kam der große Donaubogen in Sicht und mit ihm die Stadt Budapest, die wir nördlich überflogen. Leider war mein Fenster nach Norden ausgerichtet, so dass ich nicht die vielen Brücken über die Donau bewundern konnte. Im Osten der Stadt gibt es riesige Friedhöfe, ein Grab reiht sich an das andere, dann kommt wieder ein kleines Waldstück und noch ein Friedhof und noch einer. Um Punkt 10 Minuten vor 10 berührte das Flugzeug die Piste des Budapester Flughafens und 7 Minuten später mein Fuß die ungarische Erde. Ja, ich habe auf die Uhr geschaut. Es war warm und sonnig. Die Luft roch nach … dem Gestank der Flugzeuge. 😀

Im Flughafen musste ich dann feststellen, dass mein Handy sich weigerte, Verbindung mit einem Telefonprovider aufzunehmen. Also hatte ich meine erste Quest zu bestehen, ich musste ein Münztelefon finden. Tatsächlich gab es sogar eins, das auch Euro akzeptierte und direkt daneben waren ein paar Bankautomaten, bei denen ich mir gleich mein erstes ungarisches Geld besorgte. (Abgesehen von den 6000 Forint, die mir ein Kollege von einer früheren Fahrt geschenkt hatte.)

Nachdem ich mich bei meinem Vermieter angemeldet hatte, schnappte ich mir ein Taxi und lies mich bis vor die Haustür kutschieren. Dachte ich zumindest. Leider fand ich an der Haustür Nummer 22 nicht den Namen von meinem Vermieter. Aber jemand verließ das Haus und ich stellte mich kurzerhand als neue Nachbarin vor und gelangte so ins Haus… ich wusste ja, wo ich hin muss. Zwei schwere Koffer und ein Handgepäck sind schon ein bisschen unhandlich. Das merkt man, wenn man versucht, damit durch eine Haustür, über zwei Treppen zu einem kleinen Fahrstuhl zu gelangen… und dann in den Fahrstuhl hinein, aus dem gerade ein alter Herr ausstieg.

Im dritten Stock angekommen stellte ich fest, dass meine Wohnung am ganz anderen Ende vom Haus liegt. Außerhalb verbindet eine Galerie auf jeder Ebene die Wohnungen. Später stellte sich heraus, dass ich eigentlich in der Hausnummer 24 oder vielleicht auch 26 wohne. Egal, ich bin angekommen und wurde herzlich von meinem Vermieter und seiner Mutter in Empfang genommen.

Sie sind total lieb und hatten alles wunderbar für mich vorbereitet. Es war wie in ein Appartment in einem Hotel anzukommen. Die Küche ist eingerichtet, sie hatten sogar für mich etwas eingekauft. Als erstes musste ich lernen, dass man sich in Ungarn am Eingang die Schuhe auszieht. Im Flur gibt es auch papucsok (Hausschuhe) für die Gäste, also ich habe drei Paar. Manchmal vergesse ich trotzdem noch, meine Schuhe gleich auszuziehen, obwohl wir das im Winter zumindest ja auch immer machen. Übermorgen wird der Techniker, der in meine Wohnung kommt, sogar seine eigenen Plastik-papucsok dabei haben, die er über seine Straßenschuhe zieht.

Um wenigstens telefonieren zu können und ein bisschen Internet zu haben, sind Gábor (mein Vermieter) und ich losgezogen und haben eine Telefonkarte für mich gekauft. Dabei stellte sich heraus, dass das geschenkte Geld veraltet ist. Wir sind also auf eine Post gegangen und haben die alten Banknoten gegen neue eingetauscht.

Blick aus dem Wohnzimmerfenster

Autor: Barbara Seyfarth

Informatikerin Embedded Systeme (Automotive, Industrial Solutions) Safety + Security Certified Professional for Software Architecture (Advanced Level) Autorin

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